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Luchs entlaufen! (4. 12. 2011)

Luchs aus dem Wildpark im Bilsteintal entlaufenEs ist an sich gar nichts Besonderes, wenn nicht alle Luchse zur Fütterung erscheinen. Das kommt immer mal wieder vor. Und so dauerte es einige Tage, bis klar wurde, dass ganz offensichtlich ein Luchs aus dem Gehege des Wildparks im Bilsteintals fehlte. Die Höhlenführer suchten daraufhin intensiv das Gehege ab - das Tier hätte ja auch krank oder tot in einem Versteck liegen können. Trotz dieser intensiven Suche blieb ein Luchs verschollen. Auch die genaue Kontrolle des Zaunes brachte kein Ergebnis. Es gab keinerlei Spuren, dass ein Luchs über oder unter dem Zaun entkommen war. Solche Spuren wären eigentlich zu erwarten gewesen: Haare, Kratzspuren oder ähnliche Hinweise. Da es auch längere Zeit nicht geregnet hatte, hätten sich diese Spuren auch sicherlich erhalten.

Am 14. November kam es dann zu einer Sichtung: Waldarbeitern in einem ca. 1000 Meter entfernten Waldbezirk fiel ein Luchs auf, der auf sie zukam. das Tier näherte sich auf wenige Meter, drehte dann aber in den Wald um.

Damit war klar, ein Luchs aus dem Wildpark im Bilsteintal ist im Arnsberger Wald unterwegs. In Rücksprache mit dem Kreis Soest wurde die Angelegenheit zuerst leise behandelt, zumal die Hoffnung bestand, dass der Luchs von selbst wieder ins Gehege zurückkehren würde. So etwas war im Sommer schon einmal vorgekommen. Da aber verschiedene Behörden informiert waren und der Luchs ausserdem in den kommenden Tagen mehrfach gesehen wurde, kam die Sache schließlich auch in die Presse. Die dort geäußerte Vermutung, beim Luchs handele es sich um "Klinke" ist allerdings sicher falsch. "Klinke" ist noch im Gehege. Wahrscheinlich handelt es sich um einen der im vergangenen Jahr geborenen Jungluchse.

Identitätsfeststellung bei der Impfung - gescheitertDie Hoffnung, den Ausreißer bei der zufällig sowieso gerade anstehenden Impfung sicher zu identifizieren, zerschlug sich leider. (Bild links)

Im Laufe der Zeit kamen nun immer wieder Meldungen über den Verbleib des Luchses, leider nun schon in einiger Entfernung vom Bilsteintal, aus Föckinghausen und Velmede (Luftlinie rund 7 Kilometer).

Ist der Luchs gefährlich?

Der Verein Bilsteintal e.V. geht nicht davon aus, dass vom entlaufenen Luchs eine größere Gefahr ausgeht. Die bisherigen Begegnungen von Mensch und entlaufenem Luchs sind völlig friedlich und harmlos gewesen. Der Luchs ist Menschen friedlich und vertraut auf wenige Meter nahe gekommen, anschließend wieder im Wald verschwunden. Auch Behauptungen, der Luchs verhalte sich Hunden gegenüber aggressiv können bisher nicht bestätigt werden. Eine Begegnung zwischen dem Luchs und zwei Hunden im Wald ist völlig friedlich verlaufen. Die Hundebesitzerin hatte sogar Zeit und Ruhe, um ein Handy-Foto vom Luchs zu schießen. Vor einigen Monaten ist es schon einmal außerhalb des Geheges zu einem solchen Zusammentreffen gekommen, das ebenfalls friedlich verlaufen ist.

Luchs im WaldDie bisherigen Erfahrungen zusammengenommen geben also wenig Anlass zu übertriebener Sorge. Die Tatsache, dass der Luchs wahrscheinlich bereits knapp vier Wochen im Wald unterwegs ist, spricht dafür, dass er sich in der Natur am Leben halten kann. Normalerweise jagen Luchse Rehe, sind aber auch mit deutlich kleineren Säugetieren zufrieden. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass unser Luchs Haustiere (denkbar wären Schafe oder Ziegen) oder größere Wildtiere gerissen hat. Auszuschließen ist das nicht. Es geht auch nicht darum, eventuelle Gefahren herunterzuspielen. Luchse sind Raubtiere, die vor allem mit ihren scharfen Krallen Menschen und Tiere erheblich verletzen können. Die bisherigen Erfahrungen geben allerdings keinen Anlass zu übertriebener Sorge. Menschen haben die Gehege-Luchse bisher hauptsächlich in der Rolle von "Futter-Bringern" erlebt. Das erklärt vielleicht das eher neugierige Zugehen auf Menschen in den letzten Tagen. Auch im Gehege reagieren Luchse selten aggressiv auf Menschen. Nur, wenn sie sich gereizt oder angegriffen fühlen, kommt es zu 'Attacken' gegen die Menschen jenseits des Zaunes. Dass sich Mensch und Luchs in freier Wildbahn jedoch so nahe kommen, dass sich die Luchse gereizt fühlen, ist eher unwahrscheinlich. Menschen gehören auch eindeutig nicht ins Beute-Schema von Luchsen.

'Unfreiwillige Auswilderung'?

Da es in den letzten Jahren immer wieder einmal Hinweise auf freilebende Luchse im Arnsberger Wald gegeben hat, wäre es ja durchaus denkbar, dass es durch unseren Luchs nun zu einer unfreiwilligen Auswilderung von Luchsen im Arnsberger Wald gekommen ist. Leider ist es uns aber nicht möglich, nähere Angaben über die Identität des Luchses zu machen. So ist nicht einmal das Geschlecht des Tieres derzeit klar. Sollte es sich um ein männliches Exemplar aus dem letzten Jahr handeln, so ist es kastriert und damit keine langfristige Bereicherung für die Luchspopulation in freier Wildbahn.

Aktuelles (12. Dezember 2011):

Am Montag, dem 12. Dezember 2011 kam es westlich von Eversberg, in der Nähe des NSG Wacholderheide zu einer weiteren Sichtung des Luchses. Die genaue Untersuchung des Ortes der Sichtung durch den Höhlenführer Heinrich Greifenstein deutete darauf hin, dass der Luchs auf freiem Feld auf Mäusefang war.

Aktuelles (19. Dezember 2011):

Weiterhin gibt es Sichtungen des Luchses in Eversberg. Auch die Presse (Westfalenpost) berichtete darüber. Der Eversberger Förster Roland Wiese wird in der Zeitung über seine Begegnung mit dem Luchs befragt: "Der tut nichts.", so fasst Roland Wiese seinen Eindruck zusammen. Da der Luchs nun schon einige Zeit in einem räumlich sehr begrenzten Gebiet in Eversberg auftacht, besteht vielleicht in der nächsten Zeit die Möglichkeit, ihn dort wieder einzufangen.

Aktuelles (30. Dezember 2011):

Der Luchs soll in den letzten Tagen im Bereich der Jugendherberge "Haus Dortmund" gesehen worden sein. Ausserdem gab es am 30. Dezember den Anruf eines Jägers, der den Luchs am Brandenberg, im NSG "Hamors Bruch" gesehen hat. Das ist gut, der Luchs kommt wieder näher, ist nun keine 4 Kilometer mehr von seinem Geburtsort entfernt.

Aktuelles (2. Januar 2012):

Der Luchs ist am Abend des 2. Januar am Waldparkplatz "Schwarzer Weg" gesehen worden, nun nur noch wenige hundert Meter von seinem Gehege entfernt. Als der sofort herbeigerufene Tierarzt Kaiser aus Meschede - Experte für Luchse und speziell für die Betäubung von Luchsen - eintraf, war der Luchs aber bereits verschwunden. Außerdem berichten der Soester Anzeiger (hier der Bericht) und die Westfalenpost (hier der Bericht) über die merkwürdige Tatsache, dass keiner der Wildpark-Luchse einen Transponder-Chip im Körper trägt - obwohl uns Vertreter der Stadt Warstein das ausdrücklich zugesagt hatten.

Aktuelles (4. Januar 2012):

Die Verwaltung der Stadt Warstein reagiert auf den Vorwurf des Bilsteintal e.V., keiner der Luchse sei mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Transponder-Chip ausgestattet. Dazu erscheint eine Stellungnahme des Kämmerers Florian Beutler im Soester Anzeiger (hier der Bericht). In diesem Bericht ist nahezu jeder Satz, jede Aussage falsch.

Aktuelles (7. Januar 2012):

Der Verein Bilsteintal e.V. veröffentlicht eine ausführliche Stellungnahme zu der Problematik der fehlenden Transponder-Chips. Hier die Stellungnahme des Vereins Bilsteintal e.V.

Aktuelles (9. Januar 2012):

Der Luchs ist wieder gesehen worden - in Eversberg. Somit hat sich leider die Hoffnung nicht erfüllt, dass der Luchs sich wieder längerfristig in Gehegenähe einleben würde. Allerdings besteht eine andere Hoffnung: Die Anreise für den mit der Narkotisierung beauftragten Tierarzt ist nun wesentlich kürzer!

 


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